Aufgaben
In der Seminarbeschreibung habe ich bereits erwähnt, worum es im Kern geht: es geht darum, gestalterische und inhaltliche Grenzen auszuloten und zu sprengen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

 

Der Hintergrund und eigentliches Ziel des Seminars: in dem wir Grenzen finden, ausloten, überschreiten oder verlegen, haben wir die Möglichkeit, Neues und damit tatsächlichen Mehrwert zu schaffen.

 

In der Regel bewegen wir uns aus vielerlei Gründen meist nur in unserer eigenen Komfort-Zone. Das betrifft nicht nur unser persönliches, sondern insbesondere auch das berufliche Umfeld. Diese gewohnte – und damit bequeme – Zone zu verlassen, kostet Überwindung und ist nicht risikolos – aber es birgt enorme Chancen für Gestalter*innen und letztlich auch deren Auftraggeber*innen.

 

Dazu muss man sich vor Augen halten, warum es bei unserem Beruf geht: es geht darum, kommunikative Probleme zu lösen. Hierzu muss ich zum einen die Problemstellung exakt erfassen und zum anderen inhaltliche, mediale und natürlich auch visuelle Antworten finden. Je spezifischer, je »eigener« diese Antworten sind, desto differenzierender und effektiver sind sie. Und nur dann machen sie wirklich Sinn.

 

Im Seminar werden wir uns also damit befassen, wie man es verhindert, die ewig gleichen Lösungen zu präsentieren. Aus Zeitgründen werden wir uns dabei vor allem auf die Visualität beschränken.

 

1
Als Einstieg werdet ihr Referate zu folgenden Gestalterpersönlichkeiten halten und dabei das »Neue« an deren Herangehensweise darstellen:

Stefan Sagmeister
David Carson
Massimo Vignelli
Otl Aicher
Josef Müller-Brockmann
Alex Trochut
Wolfgang Weingart
Sarah Illenberger
Chip Kidd
Jessica Walsh
Paula Scher
Mitch Paone
Mike Kus
Morag Myerscough
Eike König
Wim Crouwel

 

2
Anschließend werdet ihr einen Einstiegstext (eine DIN A4-Seite) zu einem Thema schreiben: wahlweise »Grenzen« oder »Neu«. Der Text dient als Grundlage für die Diskussionsrunde.

 

3
Basierend auf euren Texten werden wir in die Diskussion einsteigen und uns dem Seminar zunächst auf theoretischer bzw. konzeptioneller Ebene nähern. Die dabei entstehenden Überlegungen sollen uns dabei helfen den Fahrplan für die weitere Bearbeitung des Themas zu definieren. Wir werden hierfür alles sammeln, was uns in diesem Zusammenhang einfällt, wichtig und hilfreich erscheint: Werkzeuge, Hilfsmittel, Methodiken, Begrifflichkeiten, Abläufe, Stichworte etc.

 

4
Das Ganze ist ein Experiment, eine Versuchsanordnung. Damit es nicht vollkommen aus der Luft gegriffen ist, dient ein Unternehmen oder Organisation eurer Wahl als »Versuchskaninchen«. Da wir uns ausschließlich auf den visuellen Teil konzentrieren, ist es hilfreich, dass hiermit bereits eine inhaltliche Basis vorhanden ist – um die wir uns erstmal nicht auch noch kümmern müssen.

 

5
Wie die Einzelnen vorgehen, klären wir gesondert. Es ist davon auszugehen, dass viele Formen, Methodiken von allen aufgegriffen werden, einige jedoch nur von Einzelnen von euch. Insofern können wir keinen »genormten« Ablauf festlegen.

 

6
Dadurch, dass der Verlauf z.T. sehr unterschiedlich sein wird, werden dies auch die Ergebnisse und ihre Formen sein. Momentan denkbar sind jedoch z.B. eine Plakatserie, ein Buch, Filme/Motion Graphics, Sound oder einfach eine Dokumentation, bei der es nicht so sehr um ein konkretes, finales Ergebnis geht, sondern tatsächlich um den Weg, um die Vielfalt der Möglichkeiten und Varianten oder schlicht den Prozess.